Jakob aus Notzenhusum

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09.06.2016

 

Jakob aus Notzenhusum

 

Im Jahre des Herrn 1335 wurde ich als erster Sohn eines Handwerkers in der Grafschaft Notzenhusum geboren. Ich und meine beiden Schwestern wuchsen dort zwar in bescheidenen Verhältnissen auf, doch fehlte es uns an nichts.

Mein Vater war ein geschickter Handwerker, dem ich schon in frühen Jahren bei der Arbeit zur Hand ging. Mit meinem zwölften Lebensjahr begann ich dann eine Lehre als Schreiner bei einem alten Freund meines Vaters.

Die rosigen Zeiten nahmen aber bald ein Ende. 1348 streckte die Pest ihre todbringende Hand nach uns aus. Unsere Mutter überlebte das erste Jahr nicht. Auch viele andere Bewohner der Grafschaft hatten Familienmitglieder verloren.

Mein Vater beschloss in diesen gefährlichen Zeiten, nicht länger an diesem Ort zu bleiben, und wir zogen mit nur wenig Hab und Gut fort. Wir wollten in die alte Heimat meines Vaters zurück, wo Verwandte einen Gutshof besaßen.

Nach ein paar Jahren des Umherreisens kamen wir im Jahre 1351 nach Abensberg, das seit kurzem die Stadtrechte besaß und seitdem Handwerker zum Bau der Stadtmauer suchte. Unser Vater und ich fanden dort eine Anstellung. Auch meine Schwestern fanden Arbeit in der Stadt. Somit hatten wir vorübergehend wieder eine gute Unterkunft und ein regelmäßiges Einkommen.

Im Jahre des Herrn 1353 gab mein Vater meiner älteren Schwester den Segen zur Heirat. Ich sollte für die Hochzeit eine Kiste Keramik abholen, die dort, von meinem Vater bestellt, schon bereit stand. Ich ahnte nichts von meinem Glück, doch als ich die Werkstatt betrat, erblickte ich die wunderschöne Tochter der Töpfermeisterin. Sie arbeitete bei ihrer Mutter im Laden mit und überreichte mir die Bestellung meines Vaters.

Von diesem Augenblick an konnte ich sie nicht mehr vergessen.

Als ich ein paar Tage darauf nochmals in der Gegend war, kam ich in der Hoffnung auf eine Anstellung zu ihrer Mutter, um meine Angebetete öfter sehen zu können. Zufällig suchte sie gerade einen Gehilfen im Laden und stellte mich ein. Ein paar Monate darauf verlobten ich mich mit meiner Liebsten.

1354 schlossen wir uns, zusammen mit meiner Familie, einer kleinen Truppe von Söldnern an, die zu der Zeit im Kloster zu Biburg Unterkunft fanden und ziehen seither mit ihnen durch die Lande.

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